Page 4 - s&l magazin Nr. 71 April 2026
P. 4
Das Lied
der Arktis
Nicht der Tod ist der größte Schrecken, auch nicht
die lebensfeindliche Wildnis, sondern das Böse im
Menschen. Wer alt und gebrechlich ist, lässt sich
im Eis aussetzen…
…oder geht auf eigenen
Beinen ins Meer. In der Ark-
tis sind die Kälte, die endlo-
se Winternacht, Einsamkeit
und der ständige Überle-
benskampf Herausforde-
rungen, denen nicht jeder
Inuit gewachsen ist.
Dieser Roman folgt der
jungen Uqsuralik, die eines
nachts im berstenden Pack-
Hunger macht irgendwann auch
den treuesten Freund zum Feind.
eis von ihrer Familie ge-
trennt wird. Sie hat nur ihre Hunde, ein Bärenfell und
die Pfeilspitze einer Harpune, aber sie überlebt. Sie
wandert mit den Clans, sie wird Mutter, sie liebt, feiert
und trauert, aber es gibt auch Hass und Neid, Mord
und Totschlag.
In Lebenskrisen zieht sie sich zurück und wendet
sich an die Geister. Als ihre kleine Tochter Hila in eine
„Ich glaube, sie mögen mich. Man tötet sie am einfachsten mit dem Speer.”
4

