
Für gescheiterte Existenzen gab es vor 400 Jahren oft nur eine Hoffnung: an Bord eines Handelsschiffes zu gehen und in einem fernen Land den Neubeginn zu wagen. Das tat auch jener Apotheker aus Haarlem, der zu einem der furchterregendsten Figurender Geschichte werden sollte:
Im 17. Jahrhundert herrschte in Mitteleuropa einerseits eine Aufbruchsstimmung zu neuen Ufern, eine Weltoffenheit, und zugleich ein Klima des religiösen Fanatismus. Strenge Sekten entstanden, harmlose Bürger wurden der Ketzerei bezichtigt, gefoltert, sogar hingerichtet. Im Gegensatz dazu stand die Gründung der VOC, der Vereenigden Oostindischen Compagnie, der ersten Aktiengesellschaft der Welt. Eins ihrer stolzesten „Retourships”, die Batavia, wurde zum Ausgangspunkt eines der grauenhaftesten Dramen der Menschheitsgeschichte.
Hier der originalgetreue Nachbau der legendären Galeone im Hafen von Lelystad, Niederlande.
Jeronimus Cornelisz lässt seine unerfreuliche Ehe und eine bankrotte Apotheke hinter sich und heuert auf der Batavia als Unterkaufmann an. Auf der langen, beschwerlichen Fahrt buhlen die Offiziere um die schöne Passagierin Lucretia van der Mijlen.

Die Zustände auf See sind unmenschlich, die Mannschaft verroht unter dem brutalen Regiment der Befehlshaber. Doch was den Wandel in der Persönlichkeit des Jeronimus zum Ungeheuer in Menschengestalt bewirkt hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben...



